Die Dresdner Drum'n'Bass Landschaft zu Beginn des Jahres 2006 ist noch immer sehr
attraktiv und abwechslungsreich.
Nach dem letzten Cityreport aus 2004,
im Folgenden eine kleine Zusammenfassung des Status quo von Drum'n'Bass in der
Stadt der Frauenkirche.
Kingsbeatz, High Finesse, Nyceguys, q-base, und noch mehr...
Nach wie vor sorgt Jeff Smart als Head der Kingbeatz
Crew und des gleichnamigen Clubs für maßgebende Akzente. Aller 14 Tage
lädt er große internationale und nationale Gäste in den "heiligen
Keller" auf der Strasse E.
Noch im Ohr sind die Gigs von u.a. L Double, Ruffstuff, Nicky Blackmarket, Bassface
Sascha, Cativo sowie zahlreichen anderen mehr. Und auch für die Zukunft ist
bereits Großes geplant. Bei "Kingbeatz - The Battlefield" treffen
ab März einmal monatlich zwei lokale Crews aufeinander um nach festen Spielregeln
die Gunst des Publikums zu erkämpfen. Einen weiten Schatten wirft auch schon
"The Lucky Wheel Of DJs" voraus, "das wohl dekadenteste Drum'n'Bass
event mit Gameshow Charakter, was Dresden je gesehen hat". Man darf gespannt
sein ...
Zweite verläßliche Institution in der sächsischen Landeshauptstadt
ist das High Finesse
Bassreiseunternehmen mit den Brüdern Fabian Leuchtmann (ehemals Furious Fab)
und Corn Flex am Steuer.
Drei mal im Monat wird das "Fat Büro" im Alten Wettbüro aufgeschlagen
und bietet mit jeweils einem Gast-DJ in familiärer Atmosphäre und freiem
Eintritt entspannte Drum'n'Bass Rhythmen.
Darüberhinaus punktet die Crew seit nunmehr über 5 Jahren durch regelmäßige,
gut organisierte Parties in wechselnden Locations. Unvergessen die Party mit Singing
MC Mikey Romeo und DJ Kuttin Edge im vergangenen Oktober in der Schleife oder
"Jäger des verlorenen Taktes" Anfang Februar im WH3.
Ebenfalls konstant auf ihrer Mission sind die Neurofunk-Heads der Nyceguys
Crew. Nach der Aufnahme von DJane Mystique, die sich in den letzten zwei Jahren
die Gunst des Publikums erspielt hat, ist der Name nun noch öfter auf Flyern
in und um Dresden präsent. Hinzu kommen die eigenen Tekken-Veranstaltungen
mit Gästen wie N.Phect & Dizplay oder Phace.
Einige Neuigkeiten gibt es dagegen aus dem Q-Base Lager. Oldschooler DJ Inc hat
sich zurückgezogen und kümmert sich vermehrt unter dem Alias alien5ive
um sein Label A5 Recordings.
Die verbliebenen Q-Baser
haben Drum'n'Bass im Triebwerk
im Süd-Westen der Stadt mehr und mehr die Türen geöffnet und unter
anderem Parties mit DJ G-I-S, Shroombab und Homebass gefeiert. Die Serie geht
vorerst nur bis Mitte des Jahres und endet am 30.04.06 mit dem 5 Jahresjubiläum
von Q-Base. Da die Stadt dem einst organisierten großen Himmelfahrts Open
Air an den Elbwiesen leider einen Riegel vorgeschoben hat, bleibt abzuwarten,
was zukünftig von Q-Base zu erwarten ist.
Die engagierte Miss Redflower
hat vor allem in der ersten Hälfte von 2005 für große Momente
gesorgt - erwähnt seien die erste deutsche Therapy Session im Mai und die
Hybrid Session mit den Future Prophecies - plant aber perspektivisch den Wegzug
aus Elbflorenz und konzentriert sich zunehmend auf die Produktion eigener Musik.
Dies geschieht vor allem in Zusammenarbeit mir Nize5ive aus Berlin und Pitch’n’Sulphur
aus Dresden, welche seit 2006 offiziell zur Elektrostatic Crew gehören. Auch
im Jahr 2006 darf man auf weitere Events der Crew hoffen, welche sich nicht nur
auf sächsischem Boden ereignen werden.
Sehr erfreulich hat sich auch die Playbo-Partyreihe
in der im Herzen des Kneipenviertels Dresden-Neustadt gelegenen Scheune
entwickelt. Im November 2004 auf kleinem Floor mit einfacher Anlage gestartet,
wird inzwischen im großen Floor mit saftiger Beschallung und riesigen VJ-Leinwänden
gefeiert.
Eine feste Fangemeinde zieht auch regelmäßig zur "La Fete de Jungle"
ins Whatever. Im ehemaligen
Trafohäuschen sorgen dann meist internationale Gast-Bookings mit Sounds zwischen
Reggae und Jungle für eine ausgelassene Crowd.
Ruhiger geworden ist es um ...
Allerdings zogen sich in der näheren Vergangenheit auch etliche alt eingesessene
Crews ganz oder teilweise aus dem Business zurück:
In diese Kategorie fällt zum ersten Mos Phat und sein daWolfpack
Rudel, die seit 1999 zur hiesigen Szenen gehörten. Auch Dean Saster hat den
Schwerpunkt seiner Headquarter
Music Group mehr und mehr vom Drum'n'Bass weg hin zu anderen Stilen verschoben.
Zwar als DJs noch gebucht sind die Outburst
Audio Jungs Dandruff und Mojoe, doch mit eigenen Parties versorgen sie die
Dresdner Heads derzeit leider nicht mehr.
Sehr ruhig ist es auch um die Freshflexa
Jungs geworden, nachdem sich DJ Grape seit seinem Umzug nach Berlin verstärkt
dem Minimal-Techno widmet. Die fulminant gestartete Bigdogs
Booking Agency ist derzeit auch auf Eis gelegt und setzt keine Akzente mehr.
Ein Wechsel gab es auch bei der Spur
1 Radioshow. Einmal im Monat wird György De Val nun zum Thema Drum'n'Bass
nicht mehr von Thamash unterstützt, sondern überläßt dem
redegewandten Corn Flex Mikrofon und Plattenteller.
Die Informationszentrale
Zu guter Letzt sei noch die Website www.doubled-town.de
erwähnt, die inzwischen seit drei Jahren Treffpunkt und Informationszentrale
für die Junglists aus Dresden und Umgebung ist.
Text: duerschi (Februar 2006) Ihr habt Kommentare / Fragen? Diskutiert den Cityreport
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