Bilder von "Southern Sessions" findet Ihr
in der Gallery und
www.nachtagenten.de. Review von micomassive
Da kam was Großes auf München zu: High Contrast, Mitglied des wohl
derzeit besten und innovativsten D&B-Labels "Hospital", folgte dem
sehnsuchtsvollen Ruf der Southern Sessioneers, die - obwohl sie eigentlich gar
nicht mehr in München fest verankert sind - immer noch die größten
Insel-Schmankerl ins Weißbier- und Weißwurstland holen. "Funky
Kitchen" hieß so erneut die Location, die dann auch genug Leute fassen
kann um solche mannheimesken Risensausen zu feiern.
Und zur Abwechslung: Der eigentlich generell unsympathische Türsteher hatte
diesmal seinen süßen Ghetto"blaster" nicht so laut aufgedreht,
so dass er 1. nicht passend zum Berlin Aggropappnasen-Style die Leute, die feiern
wollten, reingelassen hat und 2. - jaja! - sogar ein "Hallo!" über
die Lippen
gebracht hat. So gibt's gleich zu Beginn ein "nuff respect due to the funky
kitchen stuff!".
Aus eben jener zuletzt leidvollen Erfahrung heraus begab man sich dann schon gegen
23.30 ins Kitchen, nachdem sich zu diesem Zeitpunkt der Eingang nicht als unüberwindbare
Barriere äußerte, die man auch mit einem netten und ebenso bestimmten
"Ey Alda, mach dich logga, ich bin so wichtig, ich steh' sogar auf der Gästeliste"
nicht immer überwinden konnte.
Was sich drinnen bereits angesammelt hatte, war dagegen mindestens genauso unlocker
wie bereits vielfach kritisierte Person. Bis auf ein wenig
Hüftwackeln zum Warm Up von DJ M-Tech und MC Motive (der -subjektiv bewertet
- seinen vielleicht besten Gig abgeliefert hat) war bis ca. 0:30
nicht viel zu bestaunen. Aber die dick aufgetragene Promo der Southern Sessions-Jungs
um Ryan, Tobestar und J.MC trug dann letztlich auch die
coolsten Eckensteher langsam aber sicher in Richtung Tanzfläche - und eine
halbe Stunde später war schon wieder kein Platz zum Tanzen da...
Jaja, und mit Mr. High Contrast ging dann auch endgültig das erwartete Beben
los. Mein "Mitbringsel" - eigentlich Minimaltechno-Nerd mit hoher Affinität
zur bitgecrushten 303 - konnte sein Grinsen jedenfalls nicht mehr verbergen: Obwohl
zahlreiche Ellenbogen immer wieder zielsicher zwischen Brustkorb und Rippen versenkt
wurden, machte das Tanzen sowas von Spass, das einem selbst die ersehnte 4/4-Takt
aus dem Wunschdenken der d&b-fernen Leute entwischte. Das Set ging einfach
ohne Zwischenweg in die Beine, das intelektuelle Gespür wurde ob der fein
austarierten und verzwickten Harmonieverläufe niemals verletzt und die obligatorischen
Lighter-Bekundungen gingen mehr als leicht von der Hand. Dazu gab's auch von J.MC
wieder ordentlich was auf die Fresse - ein paar Bier tu'n halt jedem MC gut, der
sich dann richtig auslebt und seine volle Qualität zeigt...
Aber ganz ehrlich gesagt: Nach ungefähr 3-4 triefig, fettigen Käse-Schinken-Sandwiches
bei der gestressten Dame am Kiosk gegen 04.30 wurden schon zum einen die Beine
richtig schwer, zum anderen auch der Magen langsam echt, ja, "ungeduldig"...
Als Fazit bleibt stehen: Southern Sessions sind immer noch das Maß aller
Dinge in München (auch wenn hier immer mehr sehr talentierte Leute
großartige "No Name"-Partys veranstalten und man in Bezug auf
illegale Feste dem ganzen Rest der Bundesrepublik auch ohne Southern Sessions
den Rang abläuft), der Funky Kitchen-Türsteher hat sich mal richtig
ordentlich benommen und High Contrast ist hoffentlich die Zukunft des D&B
(der auch Leute von außerhalb der Szene versammelt). Insofern also: Bitte,
bitte nochma'!
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