Hersteller: Korg Produkt: Groovebox-Synthesizer Preis: ca. 899,- Released: Herbst 2003
Eine neue Groovebox bringt Korg heraus. Neben den fetten Sounds gibt es aber
obendrein auch noch einen Synthesizer. Da wird es doch interessant...
Korg - Masters of Music
Das Wort Groovebox lässt jeden ambitioniertem Producer und DJ das Herz höher
schlagen. Wenn zudem auch noch das Wort Synthesizer fällt, wird’s auch
noch interessanter. So kommt es nun, dass die Firma Korg im Herbst diesen Jahres
ein Gerät auf den Markt bringt, dass sich beide Wörter auf die Schulter
schreiben darf. Die Rede ist von der Electribe Serie, einmal in blau und einmal
in rot. Wir beschäftigen uns zunächst mit der blauen Variante, die Electribe
MX heißt. Einige werden den Namen Electribe schon das eine oder andere Mal
gehört haben, denn die Electribes sind keine neue Sache. Die Electribe M
und S-Reihe wurde nämlich vor einiger Zeit schon fest in den Musikmarkt
etabliert und waren bei dem einen oder anderen schon sehr oft im Einsatz. Dabei
wurde bei der neuen Baureihe stark an die Vorgängermodelle gedacht. So wird
sich ein eingeübter Electribe-Nutzer auch schnell zu Recht finden.
Kommen wir aber nun zum Aufbau.
Gesamtansicht Korg Electribe MX
Die Vorderseite des Geräts ist im edlen Blau designt worden. Mag man als
unerfahrener Benutzer am Anfang vielleicht etwas verwirrt sein, so versteht man
den logischen Aufbau umso stärker, wenn man sich zehn Minuten Zeit nimmt
und sich in Ruhe mal mit der Kiste beschäftigt. Reicht das nicht aus, kann
man aber immer noch zur gut geschriebenen Bedienungsanleitung greifen.
Auf der Hinterseite der Electribe MX sind Anschlüsse für zwei Direct-Outs,
einen Master-Out-Anschluss und einen Audio-In - Eingang für Line- oder Mikrofonsignale.
Am Kopfhöreranschluss hat Korg nicht gespart, haben sie es aber doch vergessen,
dass der User den Sound auch getrennt und nicht nur vom Master-Volume regeln will.
Leider!
Oben links befinden sich die Volume-Regler und das Display. Daneben findet man
das Display und diverse Funktionen zum Auswählen von Sounds und Menüs
für Pattern, Part, Step, MIDI, Global und Song vor. In der oberen Mitte sind
zudem noch zwei Röhren, die für den richtig dicken Sound verantwortlich
sind, zu finden. Zugleich kann man sagen, dass man bei Hinzugabe der Röhre
vorsichtig sein sollte, da es sonst ganz schnell zu Verzerrungen kommen kann.
Will man nur einen einzelnen Sound und einem Pattern Druck verpassen, erweisen
sie ihren Dient vollkommen. Beim fertigen Song muss man aber damit vorsichtiger
Hand voran gehen.
Zentral sind die Effekte, Oszillatoren, Filter und Modulatoren vorzufinden. Ganz
unten hat der Hersteller den Sequenzer und Arpeggiator verbaut. Letzteres ist
so simpel zu bedienen, dass sich andere Hersteller mal eine Scheibe von abschneiden
könnten. Man hat hier nicht feste Vorgaben, die man eventuell variieren kann,
sondern kann seinen eigenen Style mit dem Schieberegler und dem Touch - Pad erzeugen.
Sequencer, EMX-1
Kommen wir zu den Soundkriterien, welche sich in Synthesizer und Drumsounds unterscheiden.
Generell hat die Korg Electribe MX 207 Samples die durch verschiedene Styles gekennzeichnet
sind. Davon hören sich viele sehr ähnlich nach einer 808 und einer 909
von Roland an. Ob nun der Hersteller gesampelt oder selbst an den Sounds Hand
angelegt hat, können wir selber ja natürlich nicht beantworten. Dafür
können wir aber auf jeden Fall sagen, dass es sich hier um Sounds guter Qualität
handelt, die so oder so ähnlich schon in vielen Musikproduktionen wieder
zu finden sind.
Dies ist aber noch nicht alles, denn mit den 16 Sequenzertasten, die im Synthmodus
noch als zweioktavige Klaviatur genutzt werden können, ist die Vorarrangierung
eines Songs ganz leicht getan. Zu den coolen Sounds kommt aber auch noch, wie
oben schon genannt, eine Effektsektion, die von drei Effektprozessoren angetrieben
wird. Wahlweise kann man den Sound durch bis zu drei ineinander verketteten Effekten
laufen lassen, was bei Effekttypen wie Phaser, Echo, Delay, EQ, Distortion, Kompressor
und zwei Filtertypen sehr interessant sein kann.
Die Synthesizer-Parts greifen auf 16 verschiedene Variationen zu. Davon beschäftigen
sich 13 mit Algorhythmen virtuellanaloger Varianten, zwei mit PSM-Samples und
einer nur mit Audio-In. Letzterer bedeutet natürlich, dass externe Signale
oder aber auch ein Mikrofon durch die Electribe MX verändert werden können.
Die Synth-Sounds lassen sich mit Resonanz, Cutoff, zwei Oszillatoren und fünf
Wellenformen verändern. Dabei hören sich die Sounds unter Einsatz dieser
Möglichkeiten gut an, kommen aber nicht an die Möglichkeiten eines Access
Virus oder ähnlichem, was angesichts des Preises verständlich ist, heran.
Fazit Korg Electribe MX
Wir wollten natürlich sehen, wie sich das Gerät in der Musikproduktion
schlägt und haben deshalb mal ein kleines Stück produziert. Zu den Synth-
und Drumsounds, die man natürlich per MIDI steuern kann, kommt aber noch
ein weiteres Feature hinzu. Wem das blöde Arrangieren in Cubase, Logic oder
Pro Tools zu umständlich ist oder wer sich einfach mal von dem Gerät
inspirieren lassen will, wird Spaß mit dieser Electribe haben! Sie kann
nämlich auch als Mastersequenzer diesen und selber die Noten und das Tempo
vorgeben. Für Leute, die am sonsten nur mit dem Computer Mucke machen, ist
sie also genau das richtige. Aber nicht nur die „Anfänger“ profitieren
von diesem Gerät, denn sie dient, und das können wir als Fazit sagen,
als coole Drummaschine. An einen Kauf alter Klassiker, wie 808 oder 909, die heutzutage
auch noch eine Stange Geld kosten, ist also nicht mehr zu denken. Wer sich überzeugen
will, sollte daher mal zum Korg-Händler gehen und selbst checken, was alles
so mit der Kiste realisierbar ist. Der Preis beträgt ca. 900,- € und
ist für das, was man alles geboten bekommt, mehr als fair.
Zum Abschluss wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten, dass wir neben
der blauen auch noch die rote Electribe testen. Bei dieser dreht es sich eher
ums Sampeln. Wartet also unseren Testbericht ab und seit gespannt… Korg
Electribe MX Homepage[1] Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net[2]
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. URL dieses Dokuments:
http://www.future-music.net/techreport/producing/korg-electribemx/