Vor zwei Jahren - im April 2002 - fand die erste Kings of the Jungle Veranstaltung
"Drop the Bomb" im MS Connexion Complex in Mannheim statt. Im Halbjahresrhytmus,
jeweils am 30. April und 02. Oktober, traf sich fortan die Drum'n'Bass Gemeinde
um auf der "Kings" zu feiern. Nach Meditation und Future hat sich Kings
of the Jungle als nächste D&B Großveranstaltung etabliert.
Die fünfte Ausgabe findet nun im Doppelpack statt: Freitags in Mannheim und
Samstags in Bremen - geboren war der erste deutsche D&B Weekender. Grund genug
um die Organisatoren zu interviewen... Die "Kings of the Jungle" findet jetzt zum fünften Mal statt.
Wer steckt organisatorisch gesehen eigentlich hinter der Veranstaltung?
Die "Kings of the Jungle" wird von den beiden
Veranstaltern cosmopop GmbH und DSP Promotion organisiert.
Was glaubt Ihr hat KotJ zur beliebtesten deutschen D&B Großveranstaltung
gemacht?
Wir denken, dass es wichtig war einen eigenen deutschen
D&B Groß-Event zu etablieren, also nicht einfach nur einen Namen aus
England einzukaufen. Unser Erfahrung zeigt, dass sich das deutsche Publikum besser
mit einem eigenen Partyprodukt identifizieren kann als mit einem eingekauften.
Ein weiterer Grund liegt in den ausgewogenen und erstklassigen Line Ups der KotJ
Veranstaltungsreihe. Außerdem ist es unser Anspruch eine perfekte organisatorische
Durchführung der Veranstaltung abzuliefern, was die Gäste ja auch merken.
Einen guten Namen muss man sich hart erarbeiten, und dies haben wir bei 4 Kings
of the Jungle Events wohl gezeigt.
Die Headliner bei "Kings of the Jungle"
sind internationale Artists. Braucht man die für eine solche Großveranstaltung?
Ja, das wollen wir so um auch einfach ein breites Spektrum
der D&B Landschaft abzubilden. Natürlich haben wir auch jede Menge nationale
Künstler am Start, jedoch braucht man meistens auch UK Acts um eine Location
komplett zu füllen. Das Paradebeispiel Made in Germany hingegen hat 2003
gezeigt, dass es aber auch mit rein nationalem Line Up mögch ist einen Rave
durchzuführen.
Leider denken immer noch zu viele deutsche Junglists das Acts aus Deutschland
nicht mit den Kollegen aus UK mithalten können, was unserer Meinung nach
kompletter Quatsch ist.
Wie seht Ihr generell die Entwicklung: Gehen die Leute lieber auf große
Raves oder in Clubs?
Raves in Deutschland haben eine lange Tradition und gehören
genauso zur Szene wie Clubs. Der Unterschied liegt wohl einfach darin, dass Junglists
aus einem größeren Einzugsgebiet zu Raves kommen, bei den Clubs ist
das Einzugsgebiet eher regional begrenzt.
"Kings of the Jungle" findet auch im Ausland Beachtung. Aus welchen
Ländern reisen Jungleheadz an?
Wir hatten bis dato Gäste aus England, Frankreich,
Holland, Schweiz, Österreich, Ungarn, Belgien und Luxemburg.
Jetzt steht der erste deutsche D&B Weekender an: Freitags Mannheim, Samstags
Bremen. Wie kam es dazu?
Das Datum lag einfach zu günstig dieses Jahr um es
nicht zu probieren. Wir wissen dass wir viele Freunde im Norden Deutschlands haben,
und denen wollen wir dieses Jahr den Kings of the Jungle Vibe bringen.
Glaubt Ihr nicht, dass Ihr mit dem "Weekender" Konzept selbst Gäste
"klaut"? Denn zu den letzten KotJ sind ja auch viele Leute aus Norddeutschland
nach Mannheim angereist.
In der Tat werden sich einige Gäste den Weg nun sparen,
für die ganz Hungrigen haben wir ein spezielles Doppelticket. Nach den ersten
2 Kings of the Jungle Events haben wir gemerkt, dass der Besucherzulauf aus dem
Norden der Nation nachlässt und viele den langen Weg doch nicht mehr auf
sich nehmen wollen.
Um den Norden nun auch ein fettes Event zu bieten haben wir uns zu dem Weekender
Konzept entschlossen. Vor allem, da in der Szene dort einiges Potential liegt
und in den nächsten Jahren dort sicherlich heftig gerockt wird.
Habt Ihr beim Buchen der Artists einen Unterschied zwischen Mannheim und Bremen
gemacht? Also ob z.B. Artist xyz hier oder dort besser "funktioniert"?
Nein, den haben wir nicht gemacht. Uns waren eher die Hände
gebunden auf Grund der Verfügbarkeit einiger Künstler. Am liebsten wäre
es uns gewesen auf beiden Events die selben Acts zu haben. Das hätte uns
einiges an Arbeit gespart, da ein solches Projekt doch eine echt große organisatorische
Herausforderung ist.
Lasst uns mal bisschen "behind the scenes" schauen:
Was unterscheidet die Organisation einer solch großen Party von normalen
Clubabenden?
Ganz klar der massive Mehraufwand den man an normalen
Clubabenden nicht hat. Wer einen Club macht, hat eine Infrastruktur stehen, auf
die er jede Woche zurückgreifen kann. Eine Großveranstaltung dagegen
muss von Anfang an komplett durchgeplant werden und alles muss genauestens durchdacht
werden.
Wie viele Monate vor dem Großevent bucht Ihr die Acts?
Wir fangen ca. 10 Monate vor dem Termin an uns Gedanken
zu machen wer überhaupt in Frage kommen kann, allerspätestens 6 Monate
vor der Veranstaltung sind alle Anfragen rausgegangen. Danach treten wir in die
Verhandlungen mit den Acts. 5 Monate davor sollte dann alles unter Dach und Fach
sein, was dann auch meistens klappt.
Kommen eigentlich auch internationale Artists auf Euch zu und wollen von sich
aus bei Deutschlands größter D&B Party spielen?
Ja, definitiv. Wie uns erst vor kurzem von einem Künstler
zugetragen wurde: Kings of the Jungle gilt unter den Machern und Künstlern
als eine der besten internationalen Veranstaltungen. Auch außerhalb Deutschlands,
also in der weltweiten Drum´n´Bass Szene, wird mit dem Name KotJ eine
TOP Veranstaltung verbunden.
Wie viele Besucher waren denn auf den letzten KotJ in Mannheim?
Die Besucherzahlen schwanken zwischen 2.400 und 3.000 Besuchern
in Mannheim.
Kann man als Veranstalter von solchen Parties leben? Wenn mehrere tausend Leute
28,- € zahlen kommt ja schon was zusammen, oder?
Natürlich kommt da ein großer Umsatz zusammen.
Dem jedoch steht ein riesiger Kostenblock entgegen. Wir benötigen alleine
mehr als 1.000 Besucher um die Gagen und Reisekosten der Künstler zu bezahlen.
Und dann kommen noch die Kosten für Werbung, Sound, Deko, etc. Reich wird
man nicht aber dafür macht es uns jede Menge Spass. Davon Leben kann man
leider nicht aber Kings of the Jungle ist eben nur ein Projekt von uns.
Gab es irgendetwas Kurioses/Lustiges/Peinliches was bei den letzten KotJ Events
passiert ist? Any Gossip?
Klar gibt es viele lustige Geschichten ... (alle Lachen
- Anmerkung der Redaktion) aber das ist leider nicht für die Öffentlichkeit
bestimmt ;-)
Was hat Euch bei den vergangenen KotJ-Parties nicht so gut gefallen - was wollt
Ihr besser machen?
Von der Durchführung her sind wir sehr zufrieden,
da gibt es wenig zu meckern.
Wie geht es im Oktober und in 2005 weiter? Oder was passiert überhaupt
in Zukunft mit dem "Produkt" Kings of the Jungle? Irgendwelche Pläne?
Es gibt viele Pläne in mehrere Richtungen, jedoch
sind diese noch nicht ausgereift und müssen noch konkreter werden.
Fakt ist, das Deutschlands No. 1 Event weitergehen wird!
O.K., vielen Dank für das Interview. Sonst noch etwas das Ihr loswerden
wollt? Ihr habt das letzte Wort ...
Viel Spaß allen Junglists am 30.04.2004 und 01.05.2004
- Keep the Spirit alive! www.kingsofthejungle.de