Eine Sekunde war ich überrascht, dass diese musikalische Reduktion aufs Wesentliche und Wärme im Sound nicht von Calibre ist. Doch so weit fällt der Apfel nicht.
Lynx hat auf Soul:R, Creative Source („Disco Dodo") und Bingo genug Duftmarken gesetzt. Nun auf Digital Soundboy mit 2 Tunes, die wieder ganz weit vorne liegen.
Dubknowledge bei „Shaku" und progressive Breaks, die eine Nähe zu Dubstep aufweisen mit Vocals von Ciah und Kemo bei "Skylines". Letzter hat sich nicht nur zu einem der Besten MCs in Deutschland gemausert, sondern zeigt bei Arbeiten mit den Homewreckers und Just Banks eine stilistische Offenheit, die – wenn sie in den D'n'B zurückfließt – ihm nur gut tun kann. This is the future.
(m.path.iq, 03.2008)
Rogue Soul - Rogue Soul (Edel)
Der Electric Mojo Resident Michael Sauer und Roland Bogdahn aka Syncopix veröffentlichen als Rogue Soul ihr Album-Debüt.
Während mein iTunes das Ganze als Jazz bezeichnet, kann ich aber nur feinsten Drum'n'Bass hören. Bogdahn sorgt wie gewohnt für tighte Produktion und Sauer für die Inspirationen, die von Floor-Straightness bis Reggae und jeder Menge Soul und Popability einiges Mitbringen.
Beim Bonus-Track verneigen sie sich auf halbem Tempo vor HipHop. So entstand eine fette Ansammlung von 12"s, die selbst Hospital gerade mal wieder gut tun würden. Das Album-Format im D'n'B aber hinkt weiter.
(m.path.iq, 03.2008)
v.a. - Hospital Mix.Six by Cyantific (Hospital)
OH MY GOSH! Endlich ein neuer Hospital Mix – dann auch noch gemischt und zusammengestellt von Cyantific (BBC 1Xtra Award Winner), einem der herausragenden Artists der Hospital-Garde. Qualität pur wird erwartet, und bekommt man auch in Form von 26 Hospital-Hymnen – teilweise spektakulär ineinander gewindelt – um die Ohren geblasen! Unwiderruflich einmal mehr ein Testament an die moderne Kunst des Drum'n'Bass.
Fans des soulful treibenden Hospital-Sounds bekommen außerdem ein ganz besonders entzückenden Schmankerl obendrauf: volle neun nicht veröffentliche Stücke großartiger Künstler wie Logistics, Danny Bird oder auch Cyantific himself. Pflichtkauf galore – nothing more!
(PW, 01.2008)
Young Ax - Higher Ground LP (Santorin)
Santorin, die Tübinger Bastion deutscher Drum´n´Bass Kultur pflegt das DnB Gehör seit geraumen Zeiten. Anfangs (leider) belächelt, hat man sich in den Jahren zu einer Top Adresse deutscher DnB Kultur gemausert. Und ein nicht unwesendlicher Teil liegt an dem Berliner Young Ax, der mit seinem Album „Higher Ground“ seine erste Werkschau abliefert.
Elf pulsierende, lebhafte und musikalisch Anspruchsvolle Werke sind dabei herausgekommen und präsentieren ein herrliches Meisterwerk. Die Jazz, Funk und Old School Hip Hop Einflüsse von Young Ax lässt er gerne spüren und verbindet diese mit dem aktuellen DnB Sound.
Deep DnB for your Heart and Soul, so lässt sich dieses Album am besten beschreiben, ohne den Fokus auf den Dancefloor zu verpassen. Dieses Album macht Spaß, von vorne bis hinten.
(Sven Hartmüller, 01.2008)
Ostinato - Antiaircraft Rmx / DJ Da Cut - Fake Democracy Rattlesnake MX (Rudel Records 002)
Nach den heißen Diskussionen über das erste Release des Rudel Record Labels (Stichwort "Referenzloop") erscheint im Januar 2008 die zweite Veröffentlichung auf dem Hamburger Label.
Ostinato ist eine amerikanische Post-Rock-Band die 2006 ihr "Chasing the Form" Album an den Start brachte. Darauf der Track "Antiaircraft", der nun von den Rudel Records Köpfen baze.djunkiii und DJ Da Cut als "Damp Silence Summer Rain" Remix überarbeitet und Drum'n'Bass Konform gemacht wurde. Der Track startet mit einem live eingespielten Halftime Drumbeat, untermalt von einem psychodelisch-hypnotischem Gitrarrenriff. Nach einem langen Break geht es etwas technoider zur Sache, bevor ein Mitte 90er Junglebeat, unterbrochen von kurzen Saxophon-Riffs, den Track den festen Rahmen gibt.
Auch "Fake Democracy" beginnt mit einem swingenden Halftimebeat, zu dem der live eingespielte Bass gut passt. Im Hauptteil des Tunes kommen noch Spuren von gelayerten Percussions, Drums und Synthiesounds hinzu. Insgesamt wird der Teil etwas zu überladen und wenig geradlinig. Die Halftime-Passagen gefallen am Besten.
(future-music.net, 01.2008)
Nude - Black Box Album (Sabotage Concept Rec.)
Das ehemalige Trio um Marc Werner und Isabelle Gernand hat sich nach dem Debutalbum "Fake Credibility" Verstärkung über MySpace geholt. Mit DJ Terraformer (UK), dem Drum'n'Bass Spezialisten Georgie Weeratunga (D) und Johannes Buchner aus Österrreich haben Sie zusammen das neue Album "Black Box " produziert.
Die 12 Tracks setzen sich aus Drum'n'Bass Smashern, Electro, Bigbeat, Breaks und psychodelischen Tunes, die an alte Chemical Brothers Veröffentlichungen erinnern, zusammen.
Parallel zum Album Release gibt es eine Vinyl VÖ speziell für DJs und ein Live Video einer ihrer "Secret Shows", welche unangekündigt in ausgesuchten Venues stattfinden. Live sind Nude mit 6 Leuten, plus Drummer und Tänzer am Start. Ab Frühjahr 2008 sind mehrere Shows im In- und Umland sowie Festivals im Sommer geplant.
(future-music.net, 12.2007)
Enea feat. MC Fava - Mood 4 Love / Telmo A - U Need my love (Have A Break 009)
Nachdem Enea mit dem Track "Kill" sein Debüt auf der Have A Break 005 im Frühjahr dieses Jahres feiern konnte, liefert der Produzent und DJ aus Freiburg mit "Mood 4 Love" einen smoothen liquid-Track. Lyrics und Vocals stammen von MC Fava - Teil der Breakbeat Movement Crew - der mit dieser Produktion seine Vinyl-Prämiere macht. "... lockere, spätsommerliche Atmosphäre" steht im Pressetext. Bei dem Releasedatum 2. November wohl eher frühwinterlich - locker aber allemal.
"U need my Love" von Telmo A (Mitglieder der Tübinger Santorin Crew) auf der Flip besticht durch eingängige Harmonien und das Vocalsample. Schönes, rollendes B-Seiten Tool das gut in die Reihe der ruhigeren Have A Break Veröffentlichungen passt.
(future-music.net, 12.2007)
High Contrast - Tough Guys Don´t Dance (Hospital Rec.)
Vieles hat sich verändert seit der Waliser Lincoln Barret aka High Contrast sein viel gefeiertes Debütalbum „True“ Colors 2002 auf den Drum’n’Bass-Markt brachte. 2004 folgte sein zweiter Longplayer „High Society“ mit den absoluten Smashern „Racing Green“ und „Basement Track“. In der Szene hat er sich über die Jahre eine Namen als der Drum’n’Bass Remixer gemacht und arbeitete für Missy Elliot, The White Stripes, Blaze und Basement Jaxx.
Anfang Oktober erschien nun das dritte Album des Hospital-Artists. „Tough Guys Don’t Dance“ heisst das 13 Tracks umfassende Werk. Für die ersten beiden Tracks hat er sich gleich vokale Unterstützung geholt: „If we Ever“ featuring Diane Charlemagne und „Everything’s Different“ featuring Ian Shaw.
Viele der Tracks haben wir alle schon mal im Club gehört, sind sie doch bei den big dogs schon seit Monaten in der Plattentasche.
Auch wenn viele der letzten Releases auf Hospital eher durchschnittlich waren, „Tough Guys Don’t Dance“ ist sein Geld absolut wert. Don’t sleep!
(future-music.net, 11.2007)
Young Ax - Soulsearchin' / Hanuman Tribe – Feeling Good Rewind (Young Ax Sugar Rmx) (Beatalistics)
Auf dem nun schon fünften Vinylrelease des Bremer Liquid Labels Beatalistics gibt sich der deutsche Vorzeige-Producer Young Ax nach seiner Veröffentlichung auf Beatalistics 001 erneut die Ehre und erfreut uns mit zwei wunderbaren von Funk und Jazz beeinflussten Tracks.
"Soulsearchin'2 startet mit ein warmen Pianosound und leicht geshuffelten Beats, bevor sich dezent eingesetzte Vocals zusammen mit einem tighten Beat und Jazz-Elementen zu einem langem aber sehr abwechslungsreichen Arrangement aufbauen. Die Liebe zu Details zeigt sich auch bei dieser Arbeit von Young Ax.
Die Vocals von "Feeling Good Rewind" wird jeder gleich erkennen: "It's a new dawn, it's a new day, it's a new life for me, yeah...". Human Tribe nahm diese Vorlage und produzierte eine "Rewind" Version mit dem Liveprojekt Turntroop. Diese wiederum nahm Young Ax und zauberte den vorliegenden Remix.
(future-music.net, 10.2007)
DVD: Phoneheads & The Düsseldorf Philharmonic Orchestra - Live At Tonhalle (Infracom!)
Drum'n'Bass goes Symphony. Alleine für den Mut, ihre Musik so aufwändig live umzusetzen, gebührt den Phoneheads jede Menge Respekt.
Das Ergebnis hat nicht den rockenden, stadionfüllenden Anspruch wie es die Neuseeländer von Shapeshifter haben, sondern geht wirklich mit beiden Beinen im neuen Szenario der Tonhalle auf. Dafür hat Heike Beckmann, die Dirigentin der Düsseldorfer Symphoniker nicht nur ihr Orchester motiviert, sondern auch neun Tracks von den vier Alben der Phoneheads zum zehnjährigen Jubiläum für den neuen Rahmen umgeschrieben.
Zusammen mit der Band der Geburtstagskinder Philipp Maiburg und Michael Scheibenreiter sowie Cleveland Watkiss entstand so ein Abend, der die schnellen Beats spielerisch mit nicht länger digitalen sondern vielmehr authentischen Streichern und Bläsern versieht und ihm einen Glanz verleiht, der die nächsten zehn Jahre überdauert.
Keine absolute Sensation, aber ein Weg, den Drum'n'Bass weiter gehen sollte – und die klassische Musik auch. Spätestens mit der Videosammlung, der Dokumentation ‚Behind The Scenes', einer Bonus-CD und der wohl verdienten Konzert-Zugabe wird ein ungewöhnliches Projekt abgerundet.