Es gibt nicht nur einen Hersteller, der gute DJ - CD-Player bauen kann. Seht
selbst, was der DN-S5000 so alles kann.
Technics/Panasonic
CD-Player haben wir bis jetzt nur einen vorgestellt. Dies war der Pioneer CDJ-1000MK2.
Nun wird sich das aber ändern. Die Firma Denon hat uns ihren stärksten
CD-Player zukommen lassen. Wir checken mal, was dieser Kasten so alles drauf hat
und werden am Ende einen kleinen Vergleich zum Gerät von Pioneer stellen.
Fangen wir aber erst einmal ganz von vorne an. Der Denon S-5000 ist ein DJ - CD-Player
mit mitdrehbarer Scheibe, die über einen Riemenantrieb angetrieben wird.
Warum hat der Hersteller ein Riemen verbaut? Diese Technik verbauen doch nur die
Turntable-Hersteller. Der Grund für den Riemen ist der Verschleiß.
Wenn der Riemen einmal reißt, kann er sehr schnell ausgewechselt werden.
Beim Direktantrieb müsste das Gerät in die Werkstatt und es würde
wieder ziemlich teuer werden. Man braucht aber keine Angst haben, dass der Plattenteller
zu langsam ausm Knick kommt. Dies ist nicht der Fall, da ja keine Vinyl, sondern
eine CD angetrieben wird. Hier wird ja nicht wirklich gescratcht, sondern alles
über einen fetten DSP-Prozessor errechnet. Lobenswert ist uns gleich aufgefallen,
dass sogar ein Ersatzriemen mitgeliefert wird.
Gesamtansicht Technics SL-1210M5GE
Das Gerät ist in mehrere Teile aufgeteilt: links unten befindet sich der
Start– und CUE-Knopf, oben links, unter dem Display befindet sich die Scratch-Auswahl.
Hier stehen die Optionen „nur Vorwärts“ oder „Vorwärts
und Rückwärts“ zur Auswahl. Ganz oben sind mehrere Bedienelemente
untergebracht. Darunter ist die Wahl der Zeitanzeige, die Sample - Steuerungen,
die Loop- und Pitch-Funktion. Daneben ist der Fast-Forward - Schalter für
den schnellen Suchlauf.
Ganz rechts sind die Bedienelemente für den Alpha-Modus, den wir unten erläutern
werden, die Pitch-Auswahl, und die Bedienknöpfe für den Ptich-Bend bzw.
die Time-Shift-Funktion angebracht. Unter dem Plattenteller sind die Knöpfe
für Start und Bremsauswahl, die dafür verantwortlich sind wie schnell
ein Track wieder startet bzw. bremst. Beim normalen Abspielen hört die CD
beim Stoppen sofort auf. Man kann aber noch die Bremsfunktion separat einstellen.
Dazu gibt’s auch noch eine Startfunktion, die beliebig variiert werden kann.
Zu alledem kann man noch ein Echo einstellen, welches eintritt, wenn man ein Lied
bremst. Ebenso wie beim Modell vom Pioneer verfügt der S-5000 auch über
eine Rückwärtsfunktion. Wir starten eine CD und staunen nicht schlecht,
was wir erblicken. Beim Start eines Tracks dreht sich der Plattenteller aus Metall
wie bei einem Plattenspieler mit. Stoppt man den Track, stoppt auch der Plattenteller.
Auf dem Plattenteller ist noch eine Plastikscheibe aufgesetzt, die den flotten
Scratch-Modus fördert. Man denkt also wirklich, dass man scratcht. Man muss
sich zwar etwas eingewöhnen, da man an die Physik einer Vinyl gewöhnt
ist. Nach kurzer Eingewöhnungszeit klappt das aber gut. Des weitern hat der
Denon ja auch einen Beat-Counter mit an Board. Dieser funktioniert tadellos. Sobald
ein Track angewählt ist, zeigt er die richtige Geschwindigkeit an. Dies geschieht
also nicht erst, wenn der Track läuft.
Tonarm, austauschbarer Pitch
Wie eben schon erwähnt hat der S-5000 eine Rückwärts-Funktion.
Drückt man den rechten Knopf unter dem Drehrad so kann man auswählen,
wie man die CD rückwärts ablaufen lassen will. Zum einen gibt es den
normalen Rückwärtsmodus, der eintritt, wenn man noch einmal auf die
Starttaste drückt, zum anderen kann man aber auch die Funktion einstellen,
dass nach fünf Sekunden Rückwärtslauf die CD sofort wieder vorwärts
läuft. Man kann sogar im Rückwärts-Modus ein Stück aus dem
Lied loopen, was zu sehr coolen Effekten führt.
Die Sample-Funktion ist einer der interessantesten Dinge, die der CD-Player zu
bieten hat. Über dem Drehrad sind vier Tasten mit den Namen A1 bis A4 vorhanden.
Drückt man zum Beispiel eine der Tasten merkt sich der Denon den Zeitpunkt
und speichert ihn als Startpunkt. Das kann man natürlich auch mit den anderen
Tasten machen. Zum einen hat man somit vier unterschiedliche Punkte einer CD,
auf die man sofort zugreifen kann. Zum anderen kann man aber die Knöpfe als
Start-und Endposition für die Loop-Funktion nutzen. So kann man zum Beispiel
den ersten Knopf A1 bei der fünften Sekunde drücken. Bei der zehnten
Sekunde drückt man den gleichen Knopf und danach die daneben stehende schwarze
B-Taste. Hat man ein gutes Timing gefunden, was man übrigens über den
Plattenteller genau steuern kann, geht das Loopen los und das auch für die
Zeit bis man die Loop-Funktion einstellt. Über die linken Flip-Tasten kann
man außerdem noch einstellen, ob beim Drücken der jeweiligen Tasten
nur während des Gedrückthaltens der Sound hörbar ist oder ob es
gleich nahtlos weitergeht.
Stellt man die Knöpfe so ein, dass nur während des Gedrückthaltens
der Sound läuft, kann man somit coole Sample-Effekte realisieren. Will man
nämlich nur einen bestimmten Vocal-Schnipsel spielen lassen und den Abspielzeitpunkt
noch selber steuern, so dass sogar eine Melodie mit dem Vocal-Schnipsel ermöglicht
wird, entstehen dadurch nette Effekte, die sonst nur über einen externen
Sampler möglich wären. Es geht aber noch weiter: drückt man bei
richtiger Einstellung eine Taste noch mehrmals, so verringert sich der Abspielzeitraum.
Man kann somit immer schnellere Abspielfolgen spielen. Mag man zuerst denken,
dass die CD springt, wird man bei richtigem Einsatz coole Gimmiks realisieren
können.
Tonarm, austauschbarer Pitch
Ein weiters Highlight, welches ja eigentlich nur Turntables besitzen, ist die
Sratch-Funktion. Man kann über einen Kippschalter einstellen, wie man scratchen
will. Der normale Modus ermöglicht das Scratchen in beide Richtungen. Der
Forward-Modus ermöglicht nur das Scratchen in die Vorwärtsrichtung.
Mag man die Funktion zuerst nicht verstehen. Bei genauerer Betrachtung wird einem
aber schnell klar, dass man dadurch nicht den Cross-Fader am Mischpult bedienen
muss. Im normalen Modus muss man nämlich den Cross-Fader noch richtig bedienen,
wenn man im Takt scratchen will. Daher ist diese Funktion recht hilfreich.
Natürlich besitzt der Denon S 5000 eine Pitch-Funktion. Diese reicht bis
100 Prozent. Zusätzlich hat man noch die Möglichkeit, die Tonhöhen
beliebig zu Verändern. Natürlich kann somit auch der Micky-Maus-Effekt
verhindert werden. Diese Funktion nennt sich Pitch Bend und kann wie eine Time-Shift-Funktion
angesehen werden. Durch den kleinen Knopf, links neben dem Pitchregler, kann übrigens
die Pitch-Funktion ein- oder ausgeschaltet werden.
Sehr hilfreich beim Abspielen ist das Display. Hierüber werden alle Einstellungen
sichtbar, die man über die jeweiligen Knöpfe steuern kann. Unter dem
Display kann man steuern, welchen Modus man nehmen will. Es gibt einen normalen
Haupt-, a- ,Sampler- und Search - Modus. Den Hauptmodus haben wir schon erläutert.
Der Search Modus ist beim Denon recht interessant. Hier kann beim Stoppen ein
beliebiger CUE-Startpunkt festgelegt werden. Außerdem ist es hier möglich
einzelne Frames zu hören. Ein Frame einer CD entspricht 1/74 einer Sekunde.
Richtig abgefahren wird es aber beim Alpha-Mode: man kann über einen Ausgang
zwei Lieder gleichzeitig abspielen. Dafür speichert der DSP-Prozessor das
ganze Lied in seinem Speicher. Mischen kann man leider nicht intern, wenn man
über ein und den gleichen Kanal das Lied abspielt. So kann es ziemlich rumsen,
wenn man den Bass zu sehr aufdreht.
Zischen den einzelnen Modis wechselt man über den Drehknopf, unterhalb des
Displays. In welchem Modus man sich gerade befindet wird zusätzlich über
die LEDs neben dem Plattenteller angezeigt. Cool ist zudem außerdem noch,
dass die Search-Funktion auch im Alpha-Modus genutzt werden kann. Spielt man das
gleiche Lied ab, so läuft der eine Track, der andere kann im Delay, welches
auch noch beliebig eingestellt werden kann, hinterherlaufen. Wenn also das Mischpult
keine Effekte hat, so kann man dadurch ein Delay bzw. Echo erzeugen. Man kann
natürlich auch nur ein Track laufen lassen und mit dem Alpha-Modus das gleiche
Stück einen Moment später starten lassen. So verlängert man ganz
charmant eben ein Lied. Scratch-Funktionen sind natürlich auch realisierbar.
Ganz verrückt wird es zudem, wenn man das gleiche Lied vorwärts und
gleichzeitig rückwärts ablaufen lässt. Das ist sonst nur sehr schwer
realisierbar. Die Alpha-Funktion hat auch noch den Pitch-Bend und viele weitere
Funktionen, die der normale Modus auch besitzt. Dadurch, dass das Gerät immer
die gleiche Geschwindigkeit im Alpha-Modus, wie im Main-Modus hat, ist es besonders
leicht die Reverse-Funktion zu nutzen. Das Angleichen der Lieder ist somit natürlich
seht leicht. Man kann aber keine unterschiedlichen Geschwindigkeiten eingeben,
ohne das sich das auch auf die anderen Lieder im Speicher auswirkt. Verändert
man das Tempo im Main- Alpha-, oder Speicher-Modus, werden alle Geschwindigkeiten
auch verändert.
Weiterhin vorteilhaft ist es Mitdenken des Displays. Wenn man in den Alpha-Modus
wechselt, dann können die Trackdaten für den Alpha-Modus auch im Display
wiedergegeben werden. Das Drehrad dreht bei eingestellter Funktion zum Glück
auch mit. Denon will uns aber noch weiter beglücken. Der CD - Sample aus
der vorigen CD wird gespeichert und kann zu einem anderen Track abgespielt werden.
Gesamtansicht Technics SL-1210M5GE
Kommen wir zum zweiten Ausgang. Man kann nämlich den Alpha-Mode auch über
einen zweiten Kanal laufen lassen. Es wird also quasie ein zweiter CD-Player emuliert.
Leider kann hier nicht für jeden einzelnen Kanal die Geschwindigkeit separat
angegeben werden. Sehr lobenswert ist der Verbau jeweiliger Digitalausgänge.
Für beide Kanäle können somit die Daten in digitaler Form weitergegeben
werden. Man mag nur daran denken, dass man seine Scratch - Sessions digital auf
eine CD-Rekorder aufnimmt, entstehen hierdurch sehr schöne Möglichkeiten
beim Produzieren eines Stückes.
Als nette Hinzugabe hat der Hersteller sogar CD-Text mit verbaut. So kann man
immer im Bilde sein, was gerade abgeht. Außerdem von Denon sehr schön
gelöst ist die Speicherfunktion. Man kann insgesamt 5000 Liedmerkmale, wie
Cue-Punkte, Loop-Punkte ect. intern speichern. Nun mag man denken, dass man keine
Speicherpunkte auf andere CD-Player übertragen kann. Dieser Schein trügt
aber, denn man kann per Mini-Klinkenkabel die Speicherpunkte zu anderen Denon
CD - Playern übertragen. Beim Stichwort Miniklinkenkabel ist uns zudem noch
die automatische Start- und Stopfunktion aufgefallen. Benutzt man ein Mischpult,
das diese Funktion ebenfalls unterstützt, muss man nur den Crossfader bedienen
und schon stoppt bzw. startet der CD-Player automatisch.
Weiterhin hat uns der Hersteller versichert, dass man bei Aktualisierung der Firmware
sogar mp3s abspielen kann. Hier sollen alle Funktion möglich sein, wie bei
einer herkömmlichen CD. Ob das nun so stimmt, können wir leider nicht
beurteilen, da zum Testzeitpunkt keine neue Firmware für uns bereit stand.
Als neuestes Bon Bon gibt es außerdem auch eine Clubmitgliedskarte. Registriert
man sich nun beim Hersteller, hat man eine Menge Vorteile. So kann man sich zum
Beispiel kostenlos einen Vinyl-Adapter zuschicken lassen. Setzt man diesen auf
die Plastikscheibe, die auf dem Drehrad liegt, hat eine exaktes Vinylfeeling mit
einer CD. Dieses Feature sollte man unbedingt nutzten, da durch diese Art des
Auflegens ganz neue Aspekte ermöglicht werden.
Fazit Denon DN-S5000
Vergleichen wir nun die beiden CD - Player von Pioneer und Denon können wir
nicht sagen, welche der bessere ist. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und beide
verrichten ihre Dienste wirklich gut. Nun muss jeder selber wissen, welcher CD-Player
für ihn der interessantere ist. Wenn man sich aber all die Funktionen des
Denon S5000 anschaut, so wird es Pioneer nicht gerade einfach gemacht. Der Denon
hat dafür aber auch einen Nachteil: man muss nämlich die ganzen Möglichkeiten
erst einmal bedienen können. Dies stellt sich bei der Fülle der Möglichkeiten
nicht gerade als sehr einfach dar. Man muss sich schon ein bisschen einüben
und ein paar Blicke mehr in die Bedienungsanleitung werfen.
Checkt man aber alles, so stehen einem gewaltige Möglichkeiten offen, die
bis jetzt kein anderer CD-Player übertrumpfen kann. Der Preis von ca. 1000
€ ist angesichts der vielen Möglichkeiten mehr als O.K. Man muss zwar
ein bisschen sparen, dafür bekommt man aber auch ein Gerät, dass einem
lange Zeit viele Freude bereiten dürfte. Denon
DN-S5000 Homepage Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.