Nachdem wir vor einem Jahr einen Gemini
Doppel CD- Player getestet haben, kommt nun sein kompakter Kollege MPX30
mit Slot- In Technik zu uns ins Testlabor...
Gemini
Schaut man aktuell auf den Markt der DJ CD-Player, erblickt man ja eine Vielzahl
an Geräten. Daher wollen wir mal schauen, wie er sich bei uns schlägt
und ob der Zwilling seinen Brüdern alle Ehre macht!
Auf der Hinterseite des CD-Players sind die Anschlüsse für Chinch, coaxialischen
SP/DIF und Strom untergebracht. Neben dem Power- Schalter hat der Hersteller auch
noch eine Auswahl zwischen 115 und 230 V mitgegeben. Auf der Fronseite ist der
schnelle Ladeschlitz für die Discs und eine blaue Betriebs- LED verewigt.
Die Bedienleiste ist klar und logisch strukturiert. Links unten hat Gemini die
Play/Pause-, Master- CUE-, und Stop/Eject- Tasten untergebracht.
Darüber ist die Hot Start- Taste, die einen Sofort-Start des Master-CUEs
bereitstellt. Der Grund, warum Gemini den gewöhnlichen CUE-Taster als Master-CUE
definiert hat, liegt darin, dass es noch weitere fünf speicherbare CUE-Punkte
gibt. Die Tasten zu den fünf CUE-Points liegen oberhalb des Hot Starters.
Zu den CUE-Points gibt’s noch den blau leuchtenden Memo-Button, der zum
Speichern der Samples und CUE-Points dient. Zu den Samples kommen wir weiter unten.
Schauen wir uns erst einmal die CUE-Points an. Spielt man eine Audio- oder MP3-CD
ab, drückt währenddessen den Memo-Button und danach einen der CUE-Points,
so blinkt eine LED dazu auf, die anzeigt, dass dieser CUE-Point gespeichert ist.
Das Setzen der fünf CUE-Points kann über der ganzen Disk geschehen.
So kann man sich bei einer Disk seine liebsten Anspielpunkte ganz schnell selber
setzen. Drückt man nun einen der fünf CUE-Points, so blinkt die entsprechende
LED und die Disc beginnt sofort ab dem ausgewählten CUE-Point zu spielen
bis er im Gebrauch ist. Spielt man im normalen Play-Mode, so leuchtet die LED
dauerhaft auf.
Gesamtansicht Gemini MPX-30
Über dem Memo-Button ist der Drehregler für die Folder-Auswahl angebracht.
Dieser dient bei Audio-CDs zur gewöhnlichen Tracksuche und beim Drücken
zur Auswahl in Zehnerschritten. Drückt man den Drehregler während einer
MP3-CD, so kann die Folder- Liste schnell durchgesucht werden. Ansonsten kann
man wie bei einer Audio-CD Tracks suchen.
Oben in der Mitte ist das gut lesbare blaue Display untergebracht, das zusätzlich
über einen Dimmer verfügt. Das LCD zeigt Track Nummer, Play/Pause Mode,
Wiedergabe, Effekte, Dry/Wet-Parameter der Effekte, Loops, Tempo, Pitch, programmierte
Settings und drei verschiedene Zeiten an. Dabei kann zwischen gespielter Trackzeit,
Gesamtspielzeit der CD und Restspielzeit des Tracks gewählt werden. Zudem
blinkt das Wiedergabedisplay bei den letzten 30 Sekunden, um den DJ vor der knappen
Restzeit zu warnen. Ab den letzten 15 Sekunden blinkt das Display dann schneller.
Ganz rechts oben hat der Hersteller ein kleines Nummernfeld zur Programmierung
und Direkteingabe der Tracks untergebracht. Will man seine eigene programmierte
Tracklist zusammenstellen, so muss beim Einlegen der Disc "Stop" und
"PGM" auf dem Nummernfeld gedrückt werden. Danach einfach den Track
per Nummernfeld oder Track- Drehregler auswählen und mit "Set"
bestätigen. Wer seine ganze Playlist programmiert hat, drückt die Play-Taste
und lässt den MPX 30 laufen. Was will man mehr? Die darunter liegenden Single-
und Time-Tasten sind für Auto CUE-Funktion und die Zeitauswahl verantwortlich.
Ersteres sorgt dafür, dass die CD nach jedem Lied stoppt und jeder Track
exakt beim Beginn der Musik abspielbereit ist. So spart man sich das lästige
Suchen des Anfangs.
Die Taste Key sorgt dafür, dass beim Verändern der Geschwindigkeit die
Tonhöhe beibehalten wird. Wer auf BPM drückt, bekommt die Track-Geschwindigkeit
angezeigt. Warum allerdings der BPM-Wert nicht dauerhaft angezeigt wird, ist mir
ein Rätsel.
Rechts unten hat Gemini den Pitch-Fader ohne 0%- Widerstand und die Pitch-Select-Funktion
untergebracht. Die Pitch-Select-Funktion bietet Pitch-Stärken zwischen 0,
4, 8, 16 und 100 % an. Die Pitch Bend-Tasten sorgen bei Betätigung dafür,
dass die Discs jeweils um ± 4 % verändert werden.
In der Mitte hat der Hersteller die Sampler-Einheit, die Effekte, die Loop-Sektion
und das Jog Wheel untergebracht.
Unter dem Display sind die Drehregler für Dry/Wet, Dimmer, Start und Brake
verbaut. Dry/Wet dient zum Einstellen der Effektparameter, Dimmer zum Variieren
der Displayhelligkeit, Start zum Einstellen der Startzeit und Brake zum Einstellen
der Bremszeit. Mit letzterem kann so ein Plattenspieler emuliert werden. Jetzt
würde ich mir nur noch wünschen, dass mit dem langsamen Auslaufen der
CD auch ein Sample abgespielt würde, dass den Klang einer langsam auslaufenden
Platte wiedergibt.
Display & Track Search
Die Sampler-Einheit ist zentral angeordnet. Die vier Sample-Punkte werden, wie
weiter oben schon erwähnt, über den Memo-Button gesteuert. Wie bei den
CUE-Points muss zuerst der Memo-Button betätigt werden. Anschließend
kann eines der vier Sample-Bänke belegt werden. Drückt man nun eine
Sampler-Taste, blinkt diese so lange, bis der Sample-Endpunkt festgelegt wird;
maximal aber zehn Sekunden. Danach leuchtet die Sampler-Taste und zeigt, dass
ein Sample gespeichert wurde und abspielbereit ist. Das Sample kann entweder einzeln
oder zum laufenden Track gespielt werden.
Die darunter liegenden acht Tasten sind für die Effekte Filter, Zoom, Echo,
Pan, Reverse, Transformer, Brake und Scratch belegt. Der Zoom-Effekt wird von
anderen Herstellern auch Jet-Effekt genannt.
Die Qualität der Effekte entspricht Club-Standard und auch für einen
Mix Zuhause lassen sie sich zufriedenstellend einsetzen, wie man es auch von anderen
DJ CD-Playern in dieser Preisklasse kennt.
Über dem Jog Wheel stehen dem DJ die Funktionen Loop In, Loop Out, Reloop
Shutter und Edit zur Verfügung. Loop In und Out sind zum Setzen der Loops
gedacht. Drückt man im CD-Modus auf die Play-Taste, sind die jeweiligen Frames
eines Liedes zu hören. So kann bis auf eine 74tel Sekunde genau der Loop-
bzw. CUE-Punkt festgelegt werden. Der Reloop Shutter dient zum Halbieren eines
Loops. Drückt man diese Taste, wird der Loop genau um die Hälfte reduziert,
so dass interessante Stotter- Effekte am Anfang eines Loops produziert werden
können. Mit der Taste Loop-Out wird dieser Stotter-Effekt aufgehoben. Der
B-Edit-Knopf dient zum Korrigieren des Loop-Out-Punktes. Diese sinnvolle Funktion
sollte von anderen Herstellern übernommen werden, da sonst immer über
die Loop In- und Out-Tasten editiert werden muss.
Das Jog Wheel hat mehrere Funktionen. So dient es einmal zum Suchen von Frames
und zum schnellen Spulen, wenn man dabei die Jog-Mode-Taste gleichzeitig drückt.
Weiterhin dient das Jog Wheel zum Verändern der Effektparameter, zum Scratchen
und Cutten bei Betätigung des Scratch- Effekts und zum Anfahren und Verlangsamen
eines Liedes.
Sampler & CUE-Points
Nachdem wir nun den Aufbau geklärt haben, will ich Euch natürlich auch
verraten wie sich der MPX 30 in der Praxis geschlagen hat: In unserem zweiwöchigen
Dauertest hat er mir gut gefallen. Aussetzer gab es keine. Auch hat er jede CD
angenommen, die man in ihm geladen hat. Alle oben genannten Features haben tadellos
funktioniert. Am interessantesten für mich waren die Sample- und CUE-Point-Sektionen.
Gefreut hätte es mich, wenn der MPX 30 noch eine Schnittstelle zu einer Speicherkarte
mit auf den Weg bekommen hätte, um Parameter, die man selber festgelegt hat,
seien es Loops, Samples oder CUE-Punkte, auf einen anderen MPX 30 übertragen
zu können. Dafür hätte ich persönlich gerne auch ein paar
Euros mehr ausgegeben oder auf ein anderes Feature verzichtet.
Hier ist Gemini aber nicht allein zu nennen. Es gibt aktuell keinen CD- Player
in dieser Preisklasse, der einen mobilen Speicheranschluss mitbringt. Hier ist
die ganze Branche aufgerufen, den preiswerteren Geräten ebenfalls einen Speicheranschluss
mitzugeben.
Vergleicht man den Gemini MPX 30 mit anderen aktuellen CD-Playern, so liefert
er ein gutes Bild. Mit dieser Fülle an mitgelieferten Features kann er sogar
mehr, als manch anderer bekanntere Kollege.
So kann man der Firma Gemini nur gratulieren. Sie haben ein Gerät gebaut,
dass in dieser Preisklasse zu den attraktivsten zählt. Wer aktuell einen
DJ CD-Player sucht, sollte sich den Gemini MPX 30 genau anschauen. Momentan bekommt
man für sein Geld nicht mehr geboten.
Fazit Gemini MPX-30
Der Gemini MPX 30 ist zu empfehlen. Nicht nur, dass er den „Großen“
der DJ CD-Player in kaum etwas Nach steht, ganz im Gegenteil setzt er in diesem
Preissegment Standard. Der Ladenpreis von 499,- € ist somit vollkommen gerechtfertigt. Gemini
MPX-30 Homepage Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.