Ein ganz praktisches Tools haben sich Propellerheads aus Schweden einfallen
lassen. Dieses nette Tool schneidet Deine Samples, wie du sie willst...
Propellerheads Recycle
ReCycle 2.0 von Propellerheads, ist wie sie selbst behauten, das ultimative Werkzeug
für gesampelte Grooves. Wir vom Testlabor empfinden das genauso.
Denn was würde man ohne dieses glückseelige Tool nur machen? Wahrscheinlich
würde man sich weiterhin Tage und Nächte lang an seinem Sampler oder
Computer herrumquälen müssen und mühsam all die vielen kleinen
Samples schneiden und in Programs platzieren. ReCycle 2.0 ist da schon ein Segen!
Alle die in irgendeiner Form mit Samples arbeiten wollen und keinen Bock auf lange
Schneideaktionen haben, können von Recycle 2.0 profitieren. Hierbei ist es
völlig egal, ob die Samples aus einem Hardwaregerät oder Software-Sampler
abgefeuert werden sollen.
Wer auf Hardware steht und keine SCSI-Karte in seinem Rechner hat, kommt um einen
kleinen Mehrkostenaufwand nicht drum herum. Der Computerfachhandel eures Vertrauens
wird euch da gerne weiter beraten. Soviel sei jedoch verraten, mit ca. 40,- bis
80,- Euro seid ihr dabei.
Wer einen Software-Sampler sein Eigen nennen kann, wir denken hierbei
zum Beispiel an Reason 2.5 ebenfalls von Propellerheads oder Reaktor Session von
Native Instruments, ist fein raus und kann auch gleich loslegen.
Oberfläche
Nun aber zum Kern der Sache. Was kann das Programm noch, außer meine Loops
in viele kleine Scheibchen zu schneiden?
Da wäre noch die Möglichkeit Grooves aus einem Drumloop abzuleiten und
als MIDI-File zu exportieren. Diese können dann wieder in ein Sequencerprogramm
geladen und mit den zuvor gewonnen Einzelscheiben der extrahierten Instrumente;
wie z.B. Basskick, Snare, Hihats, Voicefragmente...usw. neu arrangiert werden.
Ruck zuck lassen sich daraus völlig neue Rythmusverläufe programmieren.
Genauso einfach lassen sich Drumloops in der Geschwindigkeit und Tonhöhe
an ein gewünschtes Tempo anpassen.
Ebenso lässt sich auch kurz mal der Frequenzgang eines Loops bearbeiten,
indem man einfach den Schalter links in der EQ-Spalte drückt. Hierbei
handelt es sich nur um einen vollparameterischen Zweiband-EQ, der dafür
jedoch noch einen Low Cut und einen Hi Cut-Filter extra inne hat. Zuvor
sollte jedoch der Effekt-Togglebutton betätigt worden sein, der sich
unter dem Windows-Menüs verbirgt. Andernfalls tut sich nichts.
Kurz ein Wort zu dem Algorithmus, der das Tempo der Loops berechnet. Dieser ist
sehr genau und führt zu guten Ergebnissen. Propellerheads weisen in ihrer
Gebrauchsanweisung extra darauf hin, dass man zweimal schauen bzw. hören
soll, bevor man selbst etwas daran verwurschtelt. Trotzalledem nicht genug, gibt
es auch noch einen Transient Shaper, der in das Obertonverhalten eingreift. Hier
kann man auch noch einmal ein wenig die Klangeigenschaften beeinflussen. Eine
Envelope, zu deutsch Hüllkurve, findet sich auch bei den Bearbeitungsmöglichkeiten.
Diese bestimmt das Ein- und Ausschwingen des Klanges. All diese Bearbeitungsmöglichkeiten
lassen sich natürlich auch in die Audiodateien einrechnen und speichern,
wobei wir beim Thema sind.
Wie es sich für ein Tool gehört, dass viele Bedienoberflächen abdecken
möchte, kann es auch viele Formate speichern. Da wären MIDI-Files,
Wave, AIFF, Sound Designer 2, Mixman, Trackfile, Sample Cell Instrument, Sound
Font sowie Akai S 5000 / S 6000 Programfiles.
Fazit Propellerheads Recycle 2.0
Alles in allem, ist der Kaufpreis von ca. 150,- Euro eine nicht ganz preiswerte
Investition, aber durch aus lohnenswert. Denn es entsteht eine erhebliche Arbeitserleichterung
und man kann sich mehr um das Wesentliche kümmern, nämlich dem Produzieren
von Musik. Wer fleißig am Produzieren ist kann davon ein Lied singen. Bei
all der Technik und die Probleme, die diese mit sich bringt, kommt das Produzieren
fast immer zu kurz. ReCycle 2.0 hat eine schön geordnete Bedienoberfläche
und auch wenn die Gebrauchsanweisung nur in Englisch vorlag, benötigt man
nicht wirklich viel Zeit um sicher mit dem Programm arbeiten zu können. Propellerheads
Website Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.