Vor ein paar Monaten haben wir Euch das kleine Soundscape - Syste gezeigt.
Nun kommt zum Ende des Jahres die geballte Power. Die fette DSP Karte, gute Plug
- Ins und eine 24 In- und Out - Wandlerbox lassen keine Wünsche mehr offen!
Soundscape Mixpander 9
Im Sommer haben wir Euch ein Mixtreme Power Pak vorgestellt. Nun kommt genau zur
besten Zeit des Jahres ein neues Produkthighlight von Soundscape auf den Markt.
Die Rede ist vom Mixpander Power Pak. Die Paks gibt es in verschiednen Ausführungen,
wobei das heute vorgestellte Mixpander Power Pak 48 eine sehr gute Wahl darstellt.
Das Pak besteht aus iBox 48-TA – Audiointerface, Mixpander 9er – DSP
– Karte und einem nettem Softwarepaket. Zu diesem Paket muss man allerdings
noch die Mixtreme 192 – Soundkarte oder ein Soundscape – Device haben.
Wir haben uns für die deutlich preisgünstigere Variante entschieden
und baten Soundscape, diese Karte mit in unser Paket zu legen. Wer genauere Infos
über diese Karte haben will, sollte sich unseren Testbericht aus dem Sommer
anschauen.
In diesem Test geht es also nur um das neue Audiointerface iBox 48-TA, der Mixpander
9er – DSP – Karte und den Plug – Ins.
Zuvor wollen wir Euch aber noch einmal den Mixer vorstellen, der die Grundlage
des Soundscape – Systems darstellt.
LED Anzeige
Der Mixer ist der gleiche, wie der vom Sommer vorgestellte. Dies zeigt allein
schon die Update – Möglichkeit der Soundscape – Produkte, da
man sich bei den Belgiern Stück für Stück steigern kann und nicht
gleich ein bestimmtes Produkt erworben werden muss. Der Mixer erlaubt dabei freie
Manipulation des Signalflusses innerhalb des Kanalzugs, sowie das aller Objekte
wie Splitter, Amplifier, Fader, EQ’s, Send Elemente, physikalische Inputs
und Outputs, Plug-Ins usw.
Man kann also die jeweiligen Tools dort einsetzen, wo man sie benötigt. Überall
im Kanalzug kann man an jeder beliebigen Stelle ein Plug-In einsetzen. Zu den
Plug-Ins gehören bei Soundscape auch Sends, Inputs, Outputs, Peakmeter etc.
Schiebt man zum Beispiel einen EQ über einen Send, durchläuft das Signal
zuerst den EQ und geht danach via Send in den ausgewählten Bus oder den gewählten
physikalischen Output, bei der TI-48 also ein XLR - Ausgang.
Schiebt man den EQ unter diesen Send, wird das unbearbeitete Signal in den Send
gespeist. Dabei gilt das Pre/Post – Fader – Schalten genau so, wie
bei einem großem Hardware - Digitalmischpult!
Zudem kann man mitten im Kanalzug auch einfach einen Output einsetzen, der die
Signale an separate Hardware – Geräte, zum Beispiel ein Effektgerät,
sendet. Der bearbeitetet Sound wird vom Ausgang des Effektgerätes an das
Audiointerface zurückgesendet und schon hat man eine Insert/ Return - Kette
zur Außenwelt gebaut.
iBox 48-TA
Das iBox 48-TA – Audiointerface ist Soundscapes neueste Errungenschaft.
Diese 2-HE-Rack bietet 24 symmetrische Ein- und Ausgänge und das ganze noch
in einer Top-Qualität bis zu 96 kHz bei 24 Bit Wortlänge. Auf der Vorderseite
sind 24 Status – LEDs zur Kontrolle und verscheiden Einstellmöglichkeiten
zur Sample – Frequenz, der In- und Outputwahl, und der Levelanzeige vorzufinden.
Mit letzterem kann man angeben, ob die Status – LEDs Ein- oder Ausgangssignale
anzeigen soll.
Weiterhin hat der Hersteller drei TDIF – Ports für den digitalen Datenaustausch,
ein Expanson Port und einen MADI – Anschluss verbaut. Nun werden sich die
meisten unter Euch fragen, wie denn so viele Anschlüsse an ein 2-HE-Rack
unterbracht werden können und was diese ganzen Anschlüsse denn überhaupt
bedeuten?
Der Hersteller verwendet keine XLR – Stecker auf der Rückseite, sondern
ausschließlich TDIF – Anschlüsse. Soundscape hat auf der Rückseite
insgesamt drei TDIF – Ports für die Eingänge und drei für
die Ausgänge bereitgestellt. Jeder TDIF – Port ist für acht Kanäle
zuständig. An die Ports werden spezielle Multicore - Kabel angeschlossen,
die am Ende jeweils auf weibliche oder männliche XLR – Anschlüsse
enden. Schade ist allerdings, dass es keine Multicores auf Klinke zu kaufen gibt.
Der Anschluss über ein Multicores hat nun Vor- sowie Nachteile.
Ein großer Vorteil ist erst einmal der Anschluss von so vielen Kanälen.
Es gibt bis jetzt kein Interface, das in einem Rack so viele Anschlüsse vereinigt.
Ein großer Nachteil ist allerdings der Zukauf von den Multicore –
Kabel. Ein Multicore – Kabel, dass auf acht XLR – Anschlüsse
wandelt, kostet bei Soundscape schon einmal 115 €. Will man nun alle 48 Anschlüsse
auf einmal verwendet, muss man zum Cable – Pack greifen, das insgesamt 400
€ kostet. 400 € allein für Kabel auszugeben ist für viele
kein Pappenstiel, aber dafür gerechtfertigt. Bedenkt man einmal den Kauf
von 48 guten XLR- oder Klinkenkabel in kleiner Länge, kommt man ebenfalls
ganz schnell auf 400 €, wenn nicht sogar weit mehr.
Die drei weiteren TDIF – Ports für den digitalen Datenaustausch sind
zur Kommunikation zu einem anderen Gerät mit TDIF – Ports gedacht.
So kann man beispielsweise eine zweite Wandlerbox von Soundscape kaskadieren.
Zur Info: TDIF kann man mit ADAT und in gewisser Weise auch
mit S/PDIF vergleichen. Nur heißen hier die Schnittstellen anders
und unterscheiden sich zudem in den technischen Spezifikationen. Vergleicht
man TDIF mit anderen Digitalschnittstellen, so wird man sehen, dass hier
wesentlich mehr Kanäle übertragen werden können.
MADI ist ebenfalls eine weitere professionelle Digitalschnittstelle. Hier
geht’s allerdings noch ’nen Schritt weiter. MADI kann nämlich
64 Kanäle auf einmal übertragen.
Das absolute Highlight ist aber die DSP – Karte. Die Soundscape Mixpander
Plattform bietet mit 64 Ein- und 64 Ausgängen zur Außenwelt, 32 internen
Mix- Bussen und 64 Sends plus 64 Returns zu Software ein wahres Feuerwerk an Möglichkeiten.
Mit neun Motorola Hi-Speed DSPs bestückt, findet das komplette Routen, Mixen,
Summieren und Ein- und Ausspielen in der latenzfreien DSP - Welt statt.
9er-DSP-Karte
Das besondere an der Mixpander-9-Karte ist die Flexibilität. Mit bis zu 32
Kanälen, 32 Bussen, einem 5.1 Surround - Mixer, 4 Masterkanäle zur Ausgabe
von 5.1 Sound, Dolby Surround und Stereo besitzt dabei jeder Kanal einen vollparametrischen
4 Band - EQ, Dynamik - Prozessing und 8 Sends.
Parallel kann dazu ein Dolby Surround Encoder, 2 x Stereo Aphex Aural Exciter,
ein Aphex Big Bottom Pro, 24 Stereo Delay basierte Effekte und ein Multi-Band
Prozessor, wie zum Beispiel der TC Dynamizer, auf dem Stereo - Submix laufen.
Dies alles wird von einer Karte berechnet und kann zudem noch ausgeweitert werden.
So kann man zum Beispiel noch bis zu drei weitere Mixpander Karten kaskadieren.
Holt man sich noch ein PCI Expansion Chassis, kann man sogar noch mehre DSP –
Karten zusammenschließen.
Schade ist allerdings, dass man keine Soundmodule zur Verfügung hat. Die
Berechnung von Synthesizern durch DSP - Chips wäre sicherlich auch sehr interessant.
Die Firmen TC Electronic und Access Music bieten zum Beispiel diese Möglichkeit
an.
Zum Mixpander – Soundpack bekommt man noch ein FX1 DSP Bundle bestehend
aus AudioToolbox, Spinaudio Roomverb, Spiaudio Spindelay, Acuma Labs und Final
Mix Mastering mitgeliefert.
Die Audio – Toolbox besteht aus einer Kompressor-, einer Delay-, Dither-
und einer Flanger – Einheit. Ebenfalls hat uns Soundscape noch die Möglichkeit
gegeben einige andere Plug – Ins, wie den Big Bottom und Aural Exicter von
Aphex, verschieden Kompressoren, Dynamizer und Reverb von TC Electronic, Final
Mix, SatFat, etc. auszuprobieren.
Input, Output, Clock...
Das Plug – In SatFat von Acuma Labs und der SDX 100 - Kompressor von Drawmer
überzeugten dabei auf ganzer Linie. Bei allen Plug – Ins zeigt die
DSP – Technologie, was momentan in ihr steckt. Man bekommt für einen
ordentlichen Preis sehr gute Qualität.
Zwar müssen diese Plug – Ins separat dazu gekauft werden. Der jeweils
verlangte Preis ist dabei angemessen berechnet. Für externe Hardware würde
man deutlich mehr bezahlen.
Diese Plug – Ins sind aber längst nicht alle. Die Firma Dolby hat zum
Beispiel auch ein Plug-In bereitgestellt, das für Surround – Anwendungen
bestens geeignet ist.
Die DSP – Plug – Ins können natürlich auch mit anderen VST
- Plug – Ins anderer Hersteller kombiniert werden. Die VST – Plug
– Ins werden dabei wieder von der Host – CPU berechnet. Sehr positiv
aufgefallen im Test ist dabei die Stabilität des gesamten Systems.
Wir hatten mit unserem Rechner nie ein Problem. Bei unserem Testrechner, einem
Intel Pentium 4 mit 3 GHz, 1024 MB RAM und WIN XP, haben wir sogar eine Latenz
von 3 ms hinbekommen. Was will man mehr?
Das System bis an die Grenzen fahren! Kein Problem. Wir setzten noch einen Drauf
und binden in unser System die Powercore Firewire von TC Electronis ein. Wir haben
dazu die Karte bis ans Limit gefahren, ein „dickes“ Arrangement hochgefahren
und dann alles intern über S/PDIF aufgenommen. Zur unserer Bestätigung
gab es keinerlei Abstürze, Aussetzer oder ähnliches.
Als letztes wollen wir noch auf den Service und den Support eingehen. Hier gibt’s
wieder ein dickes Lob. Dem Hersteller gelingt es, Profi wie Laien schnell Informationen
rüber zu bringen. Wer Hilfe braucht, wendet sich zudem an den kompetenten
Telefonsupport.
Die Systemanforderungen lauten:
Intel CPU (empfohlen> 2GHz P IV):
Chipsatz: Intel 845/865/875 (mit ICH4/5/6)
OS: Windows XP Professional oder Windows 2000
RAM: Markenspeicher, Mindestens 512 MB Ram
PSU: In modernen PC’s kommt dem Netzteil eine große Bedeutung zu,
da die Verbraucher, wie Festplatten, Mainboards und CPUs und Grafik/PCI Karten
immer leistungshungriger werden.
Soundscape empfehlt Markenenetzteile mit Mindestens 450W, besser 550W.
Fazit Soundscape - Mixpander Power Pak
Das Mixpander Power Pak 48 besticht durch Profi – Qualität. Das iBox
48-TA – Audiointerface wandelt den Sound in sehr guter Qualität. Vor
den Größen RME, Digidesign und MOTU braucht sich Soundscape nicht fürchten.
Vergleiche haben sich kaum auf dem Messgerät deutlich gemacht. Das Ohr nimmt
den Unterschied nicht wahr oder zeigt sogar, dass Soundscape teilweise noch bessere
Ergebnisse hervorbringt.
Die Kombination mit der Mixpander-9er – DSP – Karte ist momentan das
Novum im PC – Bereich. Was bei Pro Tools und Apple maßgeschneidert
ist, kann Soundscape für den PC verbuchen.
Dass dieses System ordentlich Geld kostet, dürfte einleuchten. Gleichzeitig
kann man dann aber auch mit absoluter Profiqualität rechnen. Im Gegensatz
zu Pro Tools, wo der gehobener Produktionsstil bei über 7000 € anfängt,
gibt man beim Soundscape die Hälfte aus.
Wer nicht gleich ganz so viel Geld ausgeben mag, kann natürlich auch preiswerter
anfangen. Das ganze System ohne fetter DSP – Karte kostet ca. 2000,- €.
Der Vergleich zum Motu HD 192 zeigt ein ähnliches Preisgefälle, dafür
aber nur halb so viele Ein- und Ausgänge. Wer also viele Ein- und Ausgangskanäle
braucht, sollte sich dieses System sehr genau anschauen. Man wird kaum ein besseres
Preisleistungsverhältnis vorfinden! www.soundscape-audio.de Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.