Vor ein paar Monaten haben wir Euch das Programm Cubase SX 2.2 vorgestellt.
Nun, pünktlich zu Weihnachten schiebt der Hamburger Konzern wieder ein
Update nach. Was an der dritten Version von Cubase SX neu ist, erfahrt Ihr jetzt...
Steinberg
Vor ein paar Monaten haben wir Euch das Programm Cubase
SX 2.2 vorgestellt. Nun, pünktlich zu Weihnachten schiebt der Hamburger
Konzern wieder ein kostenpflichtiges Update nach. Dabei überspringen sie
eben mal die Version 2.5 und gehen gleich zu Cubase SX 3 über.
Die dritte Version des Programms bringt viele Neuerungen mit sich und hebt alte
Funktionen aus dem Schlaf wieder hervor. Alte Features, die man nämlich
beim alten Cubase VST 5 hatte und beim Wechsel auf Cubase SX wegließ, kommen
nun wieder zum Einsatz. Wer also meint, dass er die dritte Version auf DVD nicht
haben muss, ist selber Schuld.
Cubase SX 3
Wir installieren das Programm. Wer einen anderen Ordner als den Ursprung angibt,
braucht im Übrigen keine Angst haben, dass eine zuvor installierte Version
flöten geht. So kann man bei Problemen immer wieder zum alten Cubase zurückkehren.
Wer Cubase SX komplett neu auf den Rechner installiert, wählt den vorgegeben
Ursprungsordner aus.
Beim ersten Öffnen fällt im Vergleich zu Cubase SX 2.2 nichts großartig
auf! Dies wird jetzt vielleicht einige erschrecken, da man ja bei einer neuen
Version auch neue Eindrücke bzw. ein neues Design erwarten kann. Bei genauerer Überlegung
wird aber genau das zum Segen. Seit dem großen Wechsel von Cubase VST
5 auf Cubase SX wurden immer wieder das Design und die Bedienbarkeit verändert.
User, die schon seit Jahren das Programm nutzten, haben bisweilen aber immer
genau das kritisiert, da man sich immer wieder umgewöhnen muss. Steinberg
hat verstanden und eine Umgewöhnung weggelassen. Wer seit Cubase SX 2
mit dem Sequenzer arbeitet, muss sich eigentlich gar nicht umgewöhnen,
da alle alten Funktionen erhalten blieben sind.
Es gibt insgesamt mehr als
70 neue Features von Cubase SX 3. Dass wir hier nicht alle erwähnen können, sollt eigentlich klar sein. So beschränken
wir uns auf die wesentlichen Funktionen, die es aber dann dafür ganz schön
in sich haben. Kurz herum gesagt: Wer früher auf Cubase VST 32 setzte
und zudem die bewährten neuen SX-Features nutzen will, sollte allerspätestens
diese Version von Cubase SX antesten. Die Hamburger haben endlich an alte Traditionen
angeknüpft und viele alte Features, die man in den zu vorigen Versionen
von Cubase SX vermisst hat, hervorgebracht.
Eines der neuen Features ist die Audio Warp-Funktion. Dieses nette Tool ist
seit Jahren mal wieder ein Meilenstein in der Entwicklung bei Steinberg. Nicht,
dass die Firma sonst nichts entwickelt. Was die Hamburger aber da entworfen
haben, knallt den Vogel mal wieder ab. Man stelle sich in einem ganz normalen
Arrangement vor, das Audio und MIDI gleichzeitig arrangiert. Will man nun das
Tempo erhöhen, so ist das bei MIDI kein Problem.
Effektzuweisung
Bei Audio wurde es in
der Vergangenheit schon aber zum Problem. Die Audio-Parts
waren nämlich in der Vergangenheit immer fest und starr. Wollte man das
Tempo verändern, musste jeder einzelne Audiopart editiert werden. Ab der
dritten Version ist das nicht mehr der Fall, denn Steinberg hat mit der Audio
Warp-Funktion ein Tool entwickelt, dass die Audioparts elastisch macht. Verändert
man das Tempo, variieren ebenfalls die Geschwindigkeiten im Audio-Bereich.
Man kann sich zudem aussuchen, ob die Tonhöhe gleich bleibt.
Die Tonhöhenkorrektur arbeitet zudem sehr zuverlässig, kann aber
keine Wunder bewirken, so dass bei zu starken Veränderungen Artefakte
entstehen. Die User der Acid-Software werden wissen, was ich meine. Diese
werden sich zudem auch noch freuen, denn das Dateiformat von Acid wird von
Cubase SX 3 ebenfalls unterstützt.
Mischpult
Sehr hilfreich ist ebenfalls die neue
Arrangier-Funktion von Steinberg.
Hat man in der Vergangenheit immer die „Starrheit“ des Systems kritisiert,
kommen die Hamburger nun mit einer kleinen, aber dafür feinen Hilfe zu
uns. Wie in alten Atari-Zeiten kann man nämlich per Maus-Klick das
linear arbeitende Arrangement in ein Pattern orientiertes Arrangement verwandeln.
Diese Funktion kann für viele Neueinsteiger wichtig sein, da viele Newcomer
mit dem linear arbeitenden Arrangement so ihre Probleme haben. Das Pattern
orientierte Arrangement ist simpler zu bedienen. Doof ist allerdings, dass
man im Projektstruktur - Editor keine weiteren Playlist - Einträge hinzufügen
kann, ohne dass die Wiedergabe zum Anfang der gerade laufenden Sektion springt.
Fürs Live-Spielen muss da noch was geändert werden…
Denkt man zudem an die Kombination aus DJ und Musiker werden hier ganz neue
Möglichkeiten offen.
MIDI - Editor
Weiterhin neu und sehr praktisch ist die Funktion „Audio
quantisieren“. Hiermit
lässt sich Audio automatisch an das jeweilige Taktraster anpassen.
Hat man sein Projekt in den Grundzügen vorliegen, steht einem zum Verändern
des Arrangements die Projektstruktur-Spur zur Verfügung. Auf dieser
wird einfach ein Abschnitt markiert, welcher dann in eine so genannte Projektstruktur
unterteilt wird. Dort lassen sich dann verschiednen Arrangement-Varianten
durchprobieren, etwa ob der Refrain direkt nach dem Intro einsetzten soll oder
doch erst nach dem Vers. Die unterschiedlichen Variationen können zudem
gespeichert werden.
An der Freeze-Funktion hat Steinberg auch gearbeitet. Dieses Tool „friert“ ja
bekanntlich VST-Instrumente ein, sodass diese dann keine Prozessor- und Speicherressourcen
verbrauchen. Konnte man dies in der Vergangenheit nicht auf Insert-Effekte anwenden,
ist das nun kein Problem mehr. Wer mehr Infos zum Thema Freezen haben will, sollte
sich unseren ersten Testbericht zu Cubase
SX anschauen.
Wurde in der Vergangenheit oft bemängelt, dass alte Funktionen aus Cubase
VST-Zeiten wieder in Cubase SX-Versionen weggelassen wurden, haben die
Hamburger die Kritik ernst genommen und wieder am alten Standart angeknüpft.
So ist es ohne Probleme möglich die Lautstärke-Hüllkurve per
Stiftwerkzeug direkt in den Part einzuzeichnen. Das Variieren der Lautstärke
ist somit nicht mehr über die Automation bzw. das Mischpult Pflicht.
Der nächste Knaller ist die Kontextbearbeitung der MIDI-Spuren. Mit
dieser neuen Art der Bearbeitung ist es ab sofort möglich, den MIDI-Editor
nicht im separaten Fenster, sondern im Arrangement-Fenster selber zu bearbeiten.
Cooles Ding!
Noch eine altbewährte VST - Funktion kehr zurück. Mit den MIDI-Device-Panels
kann man externe MIDI-Geräte jetzt wieder über speziell angepasste
und selbst zu erstellende Bedienfelder steuern. Sehr schön und sehr wichtig!!!
Zudem ermöglicht Steinberg den Umgang von Yamahas Studio Manager 2-Format.
Dieses ist ein spezielles Format, was zur Kommunikation der neusten Yamaha-Peripherie
dient. Es ist somit möglich, dass die Yamaha-Hardware, beispielsweise
ein Synthesizer, von Cubase SX 3 ferngesteuert wird. Wer also Hardware von
den Japanern gekauft hat, wird sich über dieses Bonbon freuen.
Hardware - Steuerung
Eine weitere
Verbesserung kommt mit dem Dummy-Plug-In. Dieses tritt dann
in Erscheinung, wenn ein Projekt auf einem anderen Computer fortgeführt
wird. Hat man auf dem anderen Rechner nicht alle Plug-Ins zur Verfügung,
tritt der Dummy in Erscheinung. Er kann zwar das ursprüngliche Plug-In
mit den Sounds nicht ersetzten. Dafür springt er aber in die Struktur
ein, so dass Cubase nicht mehr meckert, es fehle jenes Plug-In.
Hat man im Übrigen Hardware-Inserts bei seinem Lied im Einsatz, kann
man diese, entsprechend viele Aus- und Eingänge vorausgesetzt, wie gewöhnliche
Software-Inserts bedienen. Eine Unterscheidung gibt es glücklicherweise
nicht mehr.
Einen neunen Arpeggiator hat der Hersteller ebenfalls realisiert. Der neue „Arpache
SX“ hat zum Vergleich zu seinem Vorgänger mehr Editiermöglichkeiten.
Weitere MIDI-Plug-Ins heißen Context, Gate.
Bunte Farben
Mit den Farben hat der
Hersteller auch noch gespielt. Es ist jetzt nicht nur möglich, die Spuren selber zu färben, sondern die Spurbelegung mit
den Namen einzufärben. Dies macht Sinn, da bei einem großen Arrangement
schnell Unübersichtlichkeiten hervortreten können und man zudem ganz
oft bei der Spurbelegung nach dem Namen schauen muss. Das Vergleichen der Farbe
und dem Namen bei langen Liedern entfällt, da ja die Spurbelegung auch
eingefärbt werden kann.
Ein neues Gimmick ist das neue Metronom. Man kann jetzt jede beliebige Audiodatei
als Audio-Metronom verwenden. Das nervige Klicken kann somit ausgetauscht werden.
Die Audio - Pre - Record-Funktion ermöglicht den Aufnahme - Start
vor dem Aktivieren. Diese Technik ist nicht neu und stammt aus der HIFI-Branche.
Hier wird ein Audio-Signal zuvor im Speicher festgehalten bevor es aufgenommen
wird.
Neu ist allerdings die Größe des Speichers. Kann man in der Consumer-Technik
in der Regel 30 Sekunden „vorspeichern“ und gleiches in der Profiecke bis zu
drei Minuten realisieren, kommen die möglichen zehn Minuten als krasser
Gegensatz in Erscheinung. Schönes Feature! Schade ist nur, dass es zum
An- und Ausschalten dieser Funktion keinen Button im Projektfenster gibt.
Wer mit Cubase viel arbeitet, wird zudem das Problem mit den verschiednen Ansichten
kennen. Hier hatten Logic-User lange Zeit einen großen Vorteil. Cubase-Nutzer
haben ihn ab sofort ebenfalls, denn Steinberg ermöglicht die Gestaltung
von frei konfigurierbaren Arbeitsbereichen mit individuellen Fenster - Layouts.
Diese lassen sich nun erstellen und per Tastaturbefehl zügig umschalten.
In Cubase SX 2 gab es diese Funktion in abgespeckter Form und wesentlich unbrauchbarer
auch schon. Jetzt kann man unter SX 3 wirklich gut und flüssig damit arbeiten.
Kommen wir zum Schluss noch zu einem Thema, das immer interessanter wird: Die
64 Bit-Technologie. Die zugehörigen Prozessoren gibt es ja von AMD
schon seit längerem. Intel legt nächstes Jahr nach.
Steinberg liefert nun die 64-Bit Version auf der DVD mit. Zu dumm allerdings,
dass Microsoft noch keine 64 - Bit basiertes Windows XP auf den Markt gebracht
hat.
2005 ist dies nun ebenfalls angestrebt. So wird in nächster Zeit immer
mehr Software von den Herstellern, allen voran Steinberg selbst, in 64 Bit
geschrieben.
Als aller letztes will ich Euch die Systemvoraussetzungen nicht vorenthalten.
Sie lauten für den PC: P3 800 MHz, 384 MB RAM, DVD-Rom-Laufwerk, USB-Anschluss
und Windows XP
Die Systemvoraussetzungen für den Macintosh sind: Power
Mac G4 867MHz, 384 MB RAM, CoreAudio-kompatible Soundkarte, DVD-Rom-Laufwerk,
USB-Anschluss
und Mac OS X 10.2.5
Fazit Steinberg Cubase SX 3
Die neue Version von Steinberg legt mal wieder 'nen guten
Schritt nach vorn. Das Update kostet 149 €, die Vollversion 800 €.
Mag das einem recht teuer erscheinen, muss man sich einmal überlegen,
was das Programm so alles bietet. Im Hardware-Leben wäre es um einiges
teurer. Schaut man sich nun auch die Software-Seite an, kann man bei der
neusten Version von Logic mal eben über 1000 € ausgeben.
Gute Software
zum fairen Preis! www.steinberg.de Text: Kilian Heller
Der Text erschien auf loveparade.net
und wurde future-music.net freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.